Montag, September 25, 2017
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Chronik 1927 bis 1949

 

Am Sonntag, dem 8.Okt. 1927 gegründet, ist das  Lierenfelder Jäger-Korps nunmehr mehr als 75 Jahre alt.

 

In vielen Stadtteilen Düsseldorfs, so auch in Lierenfeld, haben Schützengesellschaften eine lange Tradition .Trotz der vergangenen, Ereignis reichen Jahrzehnte ist die schriftlich überlieferte Geschichte dennoch sehr spärlich, da sowohl Gründungsurkunde als auch Protokolle aus dieser Zeit durch die Ereignisse des 2. Weltkriegs in Verlust geraten sind. So wissen wir nur wenig darüber, was sich nach der Neugründung von 1927 – 1948 im Jäger-Korps ereignete. Nur die Namen der Schützenkönige aus unserer Kompanie und der größte Teil ihrer Königsplaketten sind der Nachwelt erhalten geblieben. Die mündliche Überlieferung kennt aber noch   Das Gründungslokal. Im katholischen Vereinshaus „St. Michael ( früher auch Blaue Aap genannt ) war es  Franz Liembd d.Ä. der Bürger aufrief, sich im Sinne unseres Wahlspruchs: Für Glaube, Sitte und Heimat zusammen zu schließen. Nach Beendigung der Versammlung konnte man eine neu gegründete Gesellschaft dem noch jungen Schützenverein Lierenfeld angliedern. Es wurden folgende Herren auf genommen: Toni ten Brink, Gustav Engels, Ewald Graf, Franz Liembd d.Ä., Johann Plantenberg, Peter Liembd, Robert Schumann, Wilhelm Wagner und Gerhard Rüttgens.

    

In dieser Versammlung wurde dann auch gleich der Vorstand gewählt, der sich wie folgt zusammen setzte:

 

1.Hauptmann Johann Plantenberg
2.Hauptmann Ewald Graf
Kassierer Franz Liembd d.Ä
Schriftführer Wilhelm Wagner

 

Durch den Schützenchef  Wilhelm Brungs wurde das Jäger-Korps im November 1927 in den St. Seb. Schützenverein Lierenfeld aufgenommen und in den gewählten Ämtern bestätigt. In einer Feier wurde Wilhelm Brungs für seine Verdienste bei der Gründung des Jäger-Korps zum 1.Ehrenmitglied der Kompanie ernannt. Um beim nächsten Schützenfest 1928, in Uniform teilnehmen zu können, musste tüchtig gearbeitet werden. Was zunächst unmöglich erschien, wurde schließlich Wirklichkeit. Zum Schützenfest konnte das Jäger-Korps in schmucker Jägeruniform mit Degen und Hirschfänger am Festzug teilnehmen.

Zur Freude aller Jäger wurde Johann Plantenberg Schützenkönig von Lierenfeld. Da auch schon damals hierfür ein großes, persönliches Engagement notwendig war, wurde der Kamerad Anton Rinschen zum Hauptmann ernannt und trat nunmehr die Nachfolge von J. Plantenberg an. Am Titularfest im Jahre 1929 nahmen bereits 16 Mitglieder teil. Das Ziel des neuen Hauptmanns Anton Rinschen war die Anschaffung einer Fahne. Im Juni 1929 wurde dieses schier unmögliche scheinende Vorhaben Wahrheit, und die Fahnenweihe konnte in feierlicher Form in der St. Michaelskirche vorgenommen werden. Als Fahnenpaten fungierten seiner Zeit Wilhelm Hornschuh und Gertrud Rinschen. Ehrengast bei der Fahnenweihe war Reichsgraf Hubert von Spee, der seinen Wohnsitz auf Schloss Linnep bei Hösel hatte. Er übernahm auch das Protektorat über die Gesellschaft.

Im Jahre 1938 wurde zum zweitenmal ein Mitglied der Gesellschaft Regimentskönig. Viktor Makowka war der glückliche Schütze. Ein Jahr danach begann  der 2. Weltkrieg, und die Tätigkeit der Schützen kam zwangsläufig zum erliegen. Das Leben und Treiben des Jäger-Korps erhielt einen schweren Schlag durch den Ausbruch des Krieges und dessen tragischem Ende. Immer mehr Kameraden wurden zum Militärdienst gerufen, und das Vereinsleben wurde fast völlig lahm gelegt. Unser Kamerad Conni Deutz kehrte nicht mehr zurück.

Im Mai 1946 starb im Alter von 87 Jahren unser Protektor Reichsgraf Hubert von Spee. An seiner Stelle übernahm Graf Karl von Spee dieses Amt. Nach dem Kriege konnte Hauptmann Anton Rinschen , der dieses Amt insgesamt 28 Jahre innehatte, am 06.Juli 1947 wieder die erste Monatsversammlung einberufen .Ein neuer Vorstand wurde gewählt:

 

1.Hauptmann Anton Rinschen
Kassierer Peter Liembd
Schriftführer Emil Schmitz

 

Im Januar 1948 wurde Josef Ströher zum 2.Hauptmann gewählt. Am 15.und 16. August 1948 nahm der  St. Seb. Schützenverein Lierenfeld aus Anlass des 100 Jährigen Jubiläums des Oberbilker Schützenvereins an den feierlichen Umzügen teil und sollte dort auch seinen Schützenkönig ausschießen. Franz Liembd d.Ä. gelang es dann mit der Armbrust ( Gewehre waren von der Besatzungsmacht beschlagnahmt )die bereits gelöste Platte herunterzuholen. Dies war das dritte Mal, dass ein Mitglied des Jäger-Korps die Königswürde errang. Zum Martinsfest 1948 überreichte unser Ehrenmitglied und Schützenchef Wilhelm Brungs folgenden Neuernannten Ehrenmitgliedern die Ehrendiplome: Gustav Hinz und Bernhard Schilden.